Anbauen!

Was heißt Anbauen!?
Anbauen! ist einer der elf thematischen Fokusse des CfL. 2019 ist Anbauen! aber auch ein temporäres Labor, das auf Hülshoff für neun Monate existiert. In diesem Labor kommen ganz unterschiedliche Menschen zusammen: Künstlerinnen, Expertinnen aus der Architektur, aus der Klimapolitik, der Landschaftsökologie, sowie Studierende und andere Bürger*innen, die sich für Kunst oder Gärtnern interessieren.

Worum geht es?
Um Bauen und Natur. Darum also, wie wir als Menschheit in die Natur eingegriffen haben, als wir anfingen, Behausungen und später Städte zu bauen. Darum, wie sich Flora und Fauna verändert haben. Darum, wie wir nun den Auswirkungen begegnen, unter anderem der globalen Erwärmung. Um die Frage, ob es nicht schon längst zu spät ist. Und auch darum, was wir über demokratische Prozesse lernen können, wenn wir gemeinsam Pflanzen anbauen.

Wohin geht es?
Anbauen! schaut in die Zukunft des Planeten. Anbauen! blickt auch in die Vergangenheit und fragt, was die Moderne des Bauens, was uns die Bauhaus-Pioniere an Ideen für eine Zukunft mit an die Hand gegeben haben.

Kann ich dabei sein?
Oh ja! Ob beim Umgraben in unserem Pflanzen- und Mediengarten – bei Vorträgen zu Wohnquartieren mit vertikalen Gärten oder zur gemeinsamen Geschichte von Kolonialismus und Ökologie – bei den drei Performances, die uns einige der besten Schriftstellerinnen unserer Zeit schenken werden – oder beim Klimagottesdienst im Rahmen des Festivals Natur am Bau.*

© Lennart Lofink

Ecotopia

Ecoptopia ist Installation, Text-Performance und Musik-Show zugleich.

Worum geht es? Um Ökologie. Und darum, wie sie nur möglich wurde durch eine lange, dunkle Geschichte: die des Kolonialismus. Denn als die Briten ihre Kolonien in verschiedenen afrikanischen Staaten errichteten, war die Botanik ihnen ein willkommenes Mittel zur Eroberung. Sümpfe wurden trockengelegt, die Vorstellungen der Indigenen von Natur ignoriert, ihre Lebensweisen zerstört, ganze Stämme ermordet.

Time to make some noise.

Senthuran Varatharajah, Schriftsteller, und die Band RÁN schreiben und komponieren eine düstere Rock’n’Roll-Kolonialmesse. Zelebrieren wir den Kolonialismus nicht. Stellen wir ihn aus und machen ihn so erkennbar.

Auf dem Boden gerinnen Melodien der Musik zu Grenzlinien. Zwischen Betonsäulen versteckt: ein Garten. Und in ihm ein Haufen wimmelnder Fragen:

Wie hängen Rassismus und Sprechen über »Natur« zusammen? Wie hat Ökologie das globale Nord-Süd-Gefälle (mit) hervorgebracht? Wie setzt sich dies heute, in den Bauprojekten der Moderne fort? Und: Können wir noch eine (gerechte) Zukunft für diesen Planeten zu entwerfen?

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© Sabrina Richmann

Insektometrie

Zusammen mit Insekten, den sechsbeinigen Mitbewohner*innen der Erde, bauten fünf Künstler*innen ganz ohne Seufzen und Ächzen ein neues Museum der Natur.

Die Lyrikerin Monika Rinck tat es mit Poesie; der Musiker Phill Niblock mit Akkorden, die in die Ewigkeit reichen (und in die Magengrube); die Videokünstlerin Katherine Liberovskaya filmte das beflügelte und krabbelnde Leben; und von der Choreografin Rosalind Goldberg und vom Bildenden Künstler Michael Graessner stammten fragile Bewegungsabläufe zwischen Nebel und Wachs.

Kommen Sie herein! In diesem Museum können Sie schauen. Sie können hören. Sie können fühlen, riechen, schmecken, berühren. Sie können Dinge formen und zerstören. Sie können tanzen.

© Sabrina Richmann

Form Follows Energy

Form Follows Energy ist ein Experiment zwischen Literatur und visueller Kunst. Der Videokünstler Tobias Yves Zintel und fünf Autor*innen erforschen gemeinsam die Möglichkeit alternativer Zukünfte auf diesem bedrohten Planeten.

In produktiver Reibung mit dem Roman The Shape Of Things To Come des Science-Fiction-Pioniers H. G. Wells haben Hamed Abboud, María Cecilia Barbetta, Ann Cotten, Eiríkur Örn Norðdahl und Yoko Tawada fünf völlig unterschiedliche Texte vorgelegt. Sie benutzen den Wells’schen Text nicht als Folie. Sie transformieren ihn in eine Gebrauchsanweisung für neue Texte.

Form Follows Energy nimmt diese Texte, destilliert sie, lässt sie von Performer*innen unterschiedlichen Alters vortragen und stellt so eine neue Art von Literaturfilm dar.

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Anbauen! wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW. Das Projekt ist Teil des Jubiläumsprogramms 100 jahre bauhaus im westen des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, des LWL und des LVR.

Künstler*innen