Workshop mit unter anderem Maria Babusch, Rita Bischof, Lisa Dohmstreich, Vanessa Höving, Katrin Mayer + Jenni Tischer, Nicole Seifert, Angela Steidele
Rüschhaus
Weibliches Schreiben entsteht in einer Ordnung, die es gleichzeitig ermöglicht und begrenzt. Dieser Ordnung nachzugehen, ihren Formen, ihrer Geschichte, ihren Konsequenzen für das Schreiben selbst, begreift dieser 2-tägige Workshop als gemeinsame Suche.
Christine de Pizan schreibt um 1405 die Cité des Dames (Die Stadt der Frauen). Der Text ist eine kollektive Gegenwelt, eine versammelte Genealogie von Stimmen. Annette von Droste-Hülshoff richtet 1841 im Rüschhaus ein Gedicht An die Schriftstellerinnen in Deutschland und Frankreich. Beide schaffen Räume, weil die vorhandenen ihnen nicht gehören. Elisabeth Lenks Essay von 1980 gibt dafür einen Begriff: Pariabewusstsein. Gemeint ist nicht Unterdrückung von außen, sondern eine gesellschaftliche Position, die internalisiert wird und eine bestimmte Art zu sehen hervorbringt: den Blick von außerhalb, ohne den idealisierenden Schleier des Dazugehörens. Was aus dieser Position folgt, ist nicht nur eine bestimmte Ästhetik, sondern auch eine bestimmte Form des Schreibens selbst. Weibliches Schreiben entstand historisch selten allein, sondern im Brief, in der Korrespondenz, im Salon, in der Freund*innenschaft – nicht weil Frauen von Natur aus kollektiver schreiben, sondern weil der legitime öffentliche Raum ihnen nicht gehörte. Wo das männliche Genie-Modell das einsame Schreibsubjekt ins Zentrum stellt, ist weibliches Schreiben eine andere Praxis: relational, situiert, auf Austausch angelegt.
Der Workshop bewegt sich zwischen diesen Positionen und der konkreten Schreibpraxis heute. Im Gespräch mit Autorinnen, Künstlerinnen und Wissenschaftlerinnen werden Fragen der weiblichen Produktivität, der Figurenentwicklung und des Schreibens als künstlerische Praxis verhandelt. Der Workshop findet im Rüschhaus statt, dem Lebens- und Schaffensort Droste-Hülshoffs, und ist Teil des Droste Festivals 2026 (03.-06. September).
Die Teilnehmerinnenzahl ist begrenzt. Der Workshop findet Freitag von 11-16 Uhr und Sasmtag von 10-15 Uhr statt. Das Programm wird in Kürze hier veröffentlicht. Für eine begrenzte Anzahl von Plätzen wird die Übernachtung übernommen. Wer eine eigene Unterkunft mitbringt, ist ebenfalls willkommen. Die Anmeldung ist verbindlich. Bei Nichterscheinen ohne rechtzeitige Absage werden die Kosten des nicht belegten Zimmers in Rechnung gestellt.