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Livestream

Westfailure - The Talks

27. Mai 2021 bis 30. Mai 2021

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© Philine Rinnert und Ian Purnell

Im Liveformat Westfailure – The Talks spricht Jörg Albrecht mit acht internationalen Künstler*innen über ihre Visionen einer Welt und Kunst jenseits von Nationalstaaten und Nationalsprachen: mit der Lyrikerin und Performerin Mette Moestrup; den Roman-Schriftsteller*innen Stefanie de Velasco und Jan Brandt; der Performancekünstler Nástio Mosquito; der Choreografin Olivia Hyunsin Kim; dem Opernsänger Shlomi Moto Wagner; der Szenografin Philine Rinnert und dem Filmemacher Ian Purnell.

Diese künstlerische Super Group hat sich seit Beginn des Jahres regelmäßig in digitale Laboratorien getroffen und eine gemeinsame Performance erarbeitet, ein Parcours vom Westfälischen Kunstverein in Münster-Zentrum über das Rüschhaus am Stadtrand bis hin zur Burg Hülshoff. Die Performance wird im September im Rahmen des Festivals Westopia (1. bis 5. September auf Burg Hülshoff) Premiere feiern.

In Westfailure – The Talks gehen nun in vier Abenden je zwei der Künstler*innen im Gespräch in die Tiefe ihrer Projekte. Zwei der Gespräche finden auf deutscher, zwei auf englischer Sprache statt:

27. Mai:
Jan Brandt & Stefanie de Velasco
Über Erde, Landschaft und Kapital
Deutsch

28. Mai:
Nástio Mosquito & Olivia Hyunsin Kim
On circus, collaborations and capacities
English

29. Mai:
Mette Moestrup & Shlomi Moto Wagner
On peace, sounds and alphabets
English

30. Mai:
Ian Purnell & Philine Rinnert
Über Netze, Gesetze und Grenzsteine
Deutsch

Warum »Westfailure«?


Steht »Westfalen« als deutsches Wort für die gleichnamige Region, die mit schweigsamen Gemütern, frommen Kirchgänger*innen und (kulturell) harten Brettern assoziiert wird, ist »Westphalia« außerhalb der Republik der Name für ein ganzes Staatensystem. Im internationalen Politikgeschäft bezeichnet »Westphalia« die Westfälische Weltordnung, also das System der nationalen Staaten und ihrer unverletzlichen Grenzen, das sich letztlich aus dem Westfälischen Frieden von 1648 entwickelte. Zeitgleich kam es auch zu einer radikalisierten Form von Kolonialismus, deren Folgen wir heute erst erahnen und langsam aufarbeiten. Ein System, dem die Politologin Susan Strange 1999 den Namen »Westfailure« gab und sein Scheitern auf den Ebenen der wirtschaftlichen Ungleichheit, der fehlenden Einzäunung des deregulierten Finanzkapitalismus und der ökologischen Krise analysierte.


Westfailure ist eine Koproduktion von Burg Hülshoff – Center for Literature mit dem Westfälischen Kunstverein und wird im Rahmen des Projekts The White White West? gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Kunststiftung NRW und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.


Eine Veranstaltung im Rahmen von europa:westfalen – literaturfestival [lila we:] 2021, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die LWL- Kulturstiftung und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.