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Veranstaltung

Präraffaelitische Girls erklären das Internet – Digital Natives verklären das Biedermeier

World Wide World, Blinde Flecken/Blind Spots

17. Mai 2020 – 09:00 Uhr bis 23:00 Uhr

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© Christiane Frohmann
Rahmenprogramm zur Sonderausstellung Das Biedermeier-Phantasma | Deep Fake
Erlebt die Virtual Reality-Installation NeuroSpeculative AfroFeminism von hyphen labs in 3D und 360° zu Hause – mit eurer eigenen VR-Brille. Anleitung weiter unten auf dieser Seite!

Wie verändern sich Museen in digitalen Zeiten? In drei Lecture Performances denken Künstler*innen für uns und mit uns darüber nach. Dazu gibt es eine 360°-Installation in der Virtual Reality.

Eine Veranstaltung im Rahmen des Internationalen Museumstags 2020: »Das Museum für alle – Museen für Vielfalt und Inklusion«

mit
Christiane Frohmann
Anna Kpok
Fabian Raith und Lena Eikenbusch
hyphen-labs

So wie die Gesellschaft sich mehr und mehr vervielfältigt, verändern sich auch die Künste. Und auch Museen sind nicht mehr Horte der weißen, männlich geprägten Hochkultur. Sie haben sich geöffnet, haben neue Formen gefunden, ihre Sammlungen und ihr Wissen zu vermitteln, an Menschen unterschiedlicher sozialer Klassen, Bildungsbackgrounds, Körperfarben, Religionen, Abilities. Aber noch ist viel zu tun. Anlässlich des Internationalen Museumstags laden wir mehrere Medienkünstler*innen ein.

How do museums change in the digital age? Over the course of three lecture-performances and a VR installation, artists will reflect on this topic with us and for us: the publisher Christiane Frohmann, the live game collective Anna Kpok and hyphen labs. Come and join us in the future of art and society! Offered within the framework of the 2020 International Museum Day: Museums for Equality: Diversity and Inclusion.

Jörg Albrecht: Eröffnung

Zur heutigen Online-Veranstaltung begrüßt euch Jörg Albrecht, Künstlerischer Leiter des Center for Literature und Geschäftsführer der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung

Christiane Frohmann: Präraffaelitische Girls erklären digitales Biedermeier

Bitte lest das Video wie einen digitalen Ausstellungskatalog, blättert nach vorn und wieder zurück, lest quer und stöbert ein bisschen in den präraffaelitischen Girls!

Christiane Frohmann. Verlegerin (Frohmann Verlag) und in dieser Rolle Vorreiterin digitaler und kollaborativer Literatur. Sie bringt ihr Netzprojekt Präraffaelitische Girls erklären mit. Hier vereinen sich naturalistische Gemälde aus dem 19. Jahrhundert und Texte zur Lage der Geschlechter, des Kunstbetriebs, überhaupt der Machtverhältnisse aus dem 21. Jahrhundert. Wahr und witzig.

Emese Bodolay und Almut Pape von Anna Kpok: Digitale Narrative auf der Bühne und kollektives Schreiben im Digitalen

Anna Kpok. Das Performancekollektiv hat in den vergangenen zehn Jahren Computer- und Videospiele auf Bühnen adaptiert. Mit dem CfL zusammen entwickeln die Künstlerinnen des Kollektivs gerade ein digital basiertes, kollektives Schreibprojekt: Horror vacui. Auch hier geht es um Fragen, die Frauen im 21. wie im 19. Jahrhundert beschäftigen (siehe: Droste-Hülshoff!): Was kann ich als Frau zu den Bedingungen meiner Unterdrückung überhaupt wissen? Was kann ich denken und was sagen? Und wie hilft mir die Kunst und/oder das Netz dabei?

Carmen Aguilar y Wedge von hyphen-labs zu NeuroSpeculative AfroFeminism (NSAF)

hyphen-labs. NeuroSpeculative AfroFeminism (NSAF) ist eine VR-Installation, die dich mitnimmt in ein NeuroCosmetology-Labor, also: einen neu gestalteten Friseursalon, der dich in den Körper einer schwarzen Frau versetzt. Du erhältst einen Einblick in die spekulative Zukunft schwarzer Frauen, die durch das kulturspezifische Ritual der Haarpflege Pionierarbeit in der Hirnforschung und Neuromodulation leisten. Inspiriert durch das Fehlen mehrdimensionaler Darstellungen schwarzer Frauen in der Technologie, arbeitet die Installation an der Schnittstelle von Produktdesign, virtueller Realität und Neurowissenschaften.

Talk zur Veranstaltung Präraffaelitische Girls erklären das Internet – Digital Natives verklären das Biedermeier.

Mit Kerstin Mertenskötter (CfL) sprechen: Christiane Frohmann, Anna-Lena Klapdor und Kathrin Ebmeier von Anna Kpok, sowie Lena Eikenbusch und Fabian Raith, die Programmierer*innen der digitalen Sonderausstellung Das Biedermeier-Phantasma | Deep Fake.

Ausschnitt des Talks zur Veranstaltung in einer 360°-Ansicht. Starte das Video und bewege die Maus auf das Videobild. Jetzt kannst du das Bild innerhalb des Players nach rechts und links verschieben und dir die ganze Umgebung im Park von Burg Hülshoff anschauen. Wenn du das Video auf dem Smartphone aufrufst, kannst du es mit den Fingern bewegen, zoomen – oder aber einfach nur dein Handy im Raum bewegen, sodass sich immer ein neuer Ausschnitt des Raumes zeigt.

Mehr Infos zur digitalen Sonderausstellung gibt es übrigens auf der Projektseite:

Das Biedermeier-Phantasma | Deep Fake


VR-Brille selber basteln!

Du willst die VR-Installation NeuroSpeculative AfroFeminism von hyphen labs mit deiner eigenen VR-Brille erleben, hast aber gerade keine 500€ zur Hand, um dir eine zu kaufen? Macht ja nix, wir zeigen dir, wie du dir eine ziemlich professionelle Brille für ein tolles immersives Erlebnis selber basteln kannst. Kosten: Etwa 5 Euro für spezielle Linsen. Die musst du vorher bestellen, also fang am besten schon ein paar Tage vorher an zu basteln.

Damit dir die virtuelle Welt auch sicher offensteht, sollte dein Handy (egal ob Android oder iOS) nicht älter als drei Jahre sein.

Wir stellen dir hier die Bastelanleitung für eine Google Cardboard VR-Brille vor, die open source allen im Netz zur Verfügung steht. Wenn du zwei linke Hände hast, kannst du dir die Brille auch im Netz bestellen.

DIY eigene VR-Brille basteln

Das ist leichter als du denkst, unsere Anleitung und die farblichen Markierungen in der Vorlage helfen dir dabei!

Du brauchst:
Einen festen Karton (z.B. von einer Umzugskiste, Pizzaschachtel o.ä.)
Stift
Schere / Cuttermesser
Klebestift / Bastelkleber / Klebeband
Spezielle Linsen, die kannst du hier bestellen: Epic stuff / Ali Express
Ggf. Klettverschluss, ein Gummiband und ein Tacker, muss aber nicht

  1. Zuerst druckst du dir diese Vorlage aus und überträgst sie mit dem Stift auf den Karton

  2. Jetzt kannst du die Brille aus dem Karton ausschneiden und alle roten Linien einknicken

  3. Die Flächen mit derselben Zahl kannst du nun zusammenkleben, so wird die rechte, etwas kürzere Seite deiner Brille nun genauso groß, wie die linke Seite

  4. In die Brille von Seite 1 setzt du nun vorsichtig deine Linsen ein; du kannst sie auch kleben, es sollte nur kein Flüssigkleber auf deine Linsen tropfen. Und ganz wichtig: Die gewölbte Seite der Linsen muss von dir weg in Richtung deines Handys zeigen

  5. Diese Brille steckst du dann in die Mitte deiner aus Seite 2 und 3 entstandenen Karton-Umrandung. Jetzt ist deine Brille auch schon fertig. Easy Peasy!

  6. Durch das Einstecken der Brille im vorherigen Schritt ist ein Hohlraum zwischen den Linsen und der Kartonfläche mit der langen Lasche (Fläche X1) entstanden – hier kommt später dein Handy hinein. Du kannst die Lasche entweder festhalten, damit dein Handy nicht herausfällt oder einen Klettverschluss daran tackern/kleben. Optional kannst du auch noch ein Gummiband daran heften, damit du deine Karton-VR-Brille freihändig tragen kannst.

Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung, VR-Brille selber basteln!, CCo 4.0


Die Veranstaltung eröffnet die digitale Sonderausstellung Das Biedermeier-Phantasma | Deep Fake, eine Eigenproduktion von Burg Hülshoff – Center for Literature.
Gefördert durch die LWL-Kulturstiftung.