2022

Wie gestalten wir eine Gesellschaft, in der nicht nur eine Sprache gesprochen wird? Wie entwickeln wir Traditionen und kulturelles Erbe für die Zukunft weiter? Und wie tun wir dies alles, ohne unnötig zu polarisieren? Wie führen wir trotz aller Verschiedenheiten einen Dialog miteinander und konstruktiv? Wie verändert sich der Planet durch Erwärmung und Artensterben? Was macht digitale Transformation mit uns?
Im Jahr 2022 möchten wir mit euch nach Worten für den Wandel suchen, den wir erleben.
Es folgt ein Überblick unserer Projekte:

Jubiläumsgeburtstag: 225 Jahre Annette von Droste-Hülshoff

© Münsterland e.V./Foelting

2022 wäre die Dichterin 225 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass nehmen wir ihr Schreiben und Leben unter verschiedene Lupen:
Im Droste Festival folgen wir in diesem Jahr den Grenzlinien von Stadt und Land.
Wir führen das Übersetzungslabor Trans|Droste fort: Ein Kollektiv von Übersetzer*innen widmet sich wichtigen Texten aus dem Werk und überträgt sie in die Sprachen Arabisch, Englisch, Farsi, Französisch, Kûrmanci, Türkisch.
Für die Museen entstehen mit dem Droste Pad digitale Vermittlungsformate für eine gemeinsame Auseinandersetzung von hier und überall.
Die Sonderausstellung Droste Digital macht zum ersten Mal die Handschriften von Annette von Droste-Hülshoff in digitalisierter Form für das Publikum zugänglich. Die Ausstellung im Obergeschoss der Burg Hülshoff setzt Handschriften aus dem umfangreichen Nachlass der Dichterin in neu gestalteten Museumsräumen - den Lebensräumen von Annette von Droste-Hülshoff - spielerisch und intermedial in Szene.

Hier zu den beiden aktuellen Ausstellungen in den Museen, Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus
© CfL/Lennart Lofink

Gespenster spuken von nun an im Projekt Mit den Gespenstern leben (haunting|heritage) durch das Programm.
In Drostes Texten sind Phänomene von Spuk und Geisterseherei prominent gesetzt. Sie geben uns Lebenden ein Gefühl davon, wie es zu unseren Privilegien, unseren Geschichten, zu einer bestimmten Sprache, zu unseren Ritualen und Gemeinschaften gekommen ist. Wir laden alle herzlich ein, mit auf die Geistersuche zu gehen.
Dazu eröffnet das Droste Lab: eine gemeinsame Spielwiese um die Museen umzugestalten und den ein oder anderen Geist heraufzubeschwören. Studio Marshmallow führt durch die Stufen der Traumabewältigung. Und wir erfahren in Performances, mit welcher Kraft Sprache durch unsere Wirklichkeit geistern kann.
Unter anderem werden drei sehr unterschiedliche Lesarten des Textes Die Judenbuche inszeniert: vom bekannten Regiekollektiv Rimini Protokoll (Helgard Haug/Daniel Wetzel), vom Videokünstler Daniel Laufer und der Performancegruppe dorisdean.

Hauskünstler*innen

Nächste Neuheit: Zum ersten Mal begrüßen wir vier feste Hauskünstler*innen. Ihre Arbeitsweisen, ihre Gedanken, ihre Sprachen werden uns in den kommenden zwei Jahren maßgeblich begleiten. Ihre Ideen und Formate werden, ganz im Sinne Droste-Hülshoffs, in verschiedenen Künsten und Medien umgesetzt. Sie werden sich mit dem Ort und seiner Geschichte, Gegenwart und Zukunft auseinandersetzen und weiter an diesem besonderen Ort für eine vielstimmige Literatur arbeiten.
Willkommen, Çakey Blond, Andreas Bülhoff, Mithu Sanyal,Franziska Winkler/handverlesen!

Von links oben nach rechts unten: Çakey Blond (Foto © Alexander Schneider); Franziska Winkler (Foto © Valeska Hoischen); Mithu Sanyal (Foto © Regentaucher); Andreas Bülhoff (© Kirchlechner)
Mehr zu den Hauskünstler*innen in ihrem Studio in der Digitalen Burg.

Workshops und Konferenzen: Netzwerken und Queer lesen

© CfL/Jill Albanico

2022 werden wir auch Verbindungen stärken: Im Projekt Against all odds – Neue Allianzen entwickeln wir gemeinsam mit Künstler*innen, Initiativen und Vereinen Workshops. In ihnen geht es um ein wichtiges Anliegen in unserer demokratischen Gesellschaft: Ungleichheiten sichtbar zu machen.
In diesem Kontext fragen wir im April in der Denkfabrik zum Thema Norm & Melancholie, was es heißt, anders zu leben, als viele andere es tun und von uns erwarten.
Den 50. Jahrestag der ersten Demonstration für die Rechte Homosexueller in der Bundesrepublik, die in Münster stattgefunden hat, nehmen wir zum Anlass für die Reihe Queer lesen: Performances, Lesungen, Netzwerktreffen und digitale Talks drehen sich um queere Literatur und Körperlichkeiten.

Nachhaltigkeit und Ökologie: das Kollegium Gegenwartserde

© CfL/Lennart Lofink

2021 haben wir die Reihe Gegenwartserde begonnen: Wer auf diesem Planeten spricht über den menschengemachten Klimawandel? Wer prägt die Begriffe? Und wer ist von den Folgen betroffen?
2022 knüpfen wir zur Vertiefung ein Netzwerk mit Partnern aus Münster, Dortmund, Berlin, Wien und Rotterdam: das Kollegium Gegenwartserde. Gemeinsam gehen wir der Verflechtung von globaler Erwärmung und der Geschichte und der Gegenwart kolonialen Handelns nach.
Doch wie kommen wir selber zu nachhaltigen Formen von Veranstaltungen? Es fängt schon beim Weg an: Wie soll ich ohne Auto raus zur Burg Hülshoff kommen? In einer Summer School mit dem Lyriker Christoph Szalay entwickeln wir Formate rund um Radfahren und Laufen.

mitlesen!: Partizipative Projekte

© CfL/Lennart Lofink

Begleitet werden all diese Vorhaben von unseren partizipativen Projekten, bei den Menschen jeden Alters teilnehmen können: den Lesebürger*innen und der Jungen Burg – digital und in Präsenz vor Ort.
Bei den Lesebürger*innen sind alle willkommen, die Lust auf Literatur und den Dialog darüber haben. 2022 starten wir mit dem Gespräch über Möglichkeiten der Mitgestaltung und eure Ideen: von Droste Map über Mitleserunden bis hin zu einem Escape Room im Droste-Museum.
Und auch für die Junge Burg gibt es zahlreiche Angebote: digitale Workshops, Schulprojekte und die Entwicklung einer performativen Führung durchs Rüschhaus.
Für alle, die auch im Bereich Partizipation in Kunst und Kultur arbeiten, führen wir unseren Open Space mit Impulsvorträgen und Gesprächen weiter.

Erkundet in einer 2D-Umgebung die Welt der Lesebürger*innen!

Residenzen

© CfL/Kim Wilfriedsson

Klar, auch 2022 setzen wir das Residenzprogramm mit der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) fort. Sechs Stipendiat*innen werden im Verlauf des Jahres für je zwei Monate Münster und Havixbeck kommen. Sie arbeiten hier an Roman-Manuskripten, Gedichtbänden, Popsongs oder Installationen.
In Web Residencies der Digitalen Burg werden Akteur*innen erforschen, wie Kunst im digitalen Raum aussehen kann.

Publikationen

© CfL/Lennart Lofink

Seit 2019 veröffentlichen wir im stiftungseigenen Verlag Burg Hülshoff – Center for Literature Schriften. Zu Anfang des Jahres erschien dort From Westfailure to Westopia. ein Reisejournal durch das Projekt zu Mehrsprachigkeit und Vielstimmigkeit aus 2021, The White White West?. Weiterhin publizieren wir die Skripthefte. Sie geben Texte wieder, die im Rahmen der Veranstaltungen zu hören waren oder entstanden sind.
In Zusammenarbeit mit der KHM entwickeln wir weiterhin unser Magazin WORD., das unsere Themen in einer Mischung aus starken Texten und Bildstrecken auffächert.

Darüber hinaus gibt es auch 2022 ein vielfältiges Programm mit verschiedenen Serien:

  • der offene Treff Die Burg lädt zum Schnack
  • die Reihe Projektionen mit Filmscreenings in der Digitalen Burg
  • die zwischen/miete nrw – gemeinsam mit Literaturhaus Bonn und Tilman Strasser
  • den filmclub münster – gemeinsam mit der Filmwerkstatt Münster, dem Westfälischen Kunstverein und den Münsterschen Filmtheater-Betrieben
  • die Gesprächsreihe Auf ein Wort rund um (Literatur-)Magazine und die Menschen dahinter
Seid dabei!

Macht euch mit uns auf die Suche nach Worten für den Wandel!


Tickets für Veranstaltungen des CfL sind online in unserem Ticketshop sowie an folgenden Vorverkaufsstellen erhältlich:

WN-Ticket-Shop, Westfälische Nachrichten
Picassoplatz 3, 48143 Münster

Green Hell Records GmbH & Co. KG
Winkelstr.10, 48143 Münster

Buchhandlung der Wunderkasten
Rüschhausweg 6, 48161 Münster

Reisebüro Hülsmann
Westfalenstr. 159, 48165 Münster-Hiltrup

Vor Ort sind ebenfalls Tickets erhältlich, in der Regel eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Bitte beachtet die Anmeldeinformationen der jeweiligen Veranstaltung im Kalender. Aus Kapazitätsgründen kann eine vorherige Anmeldung erforderlich sein.


Habt ihr Fragen? Dann stellt sie gern jederzeit: cfl(@)burg-huelshoff.de.

Wir freuen uns auf euch!

Förderer

Die Arbeit von Burg Hülshoff – Center for Literature wird dauerhaft gefördert durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien. Viele weitere Förderer ermöglichen das Programm des Jahres 2022. Die Credits sind jeweils bei den Projekten und Veranstaltungen zu finden.