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Open Call: Halt den RANT!

Wer rantet so spät durch Nacht und Wind? Rezo? Elfriede Jelinek? Thomas Bernhard? Oder Annette von Droste-Hülshoff, die in ihren Briefen gern auch ihren Schatten auf Familie, Freund*innen und Bekannte warf?

Hasstiraden, Hetze, Shitstorms: Wenn uns die Welt des Netzes eines lehrt, dann: Die Kunst der Beschimpfung will gelernt sein. Jan Böhmermann hat das Schmähgedicht nicht erfunden und die Schmährede ist älter als Windows 98. Schon die alten Griech*innen wussten, dass nichts schöner ist als eine formvollendete Entgleisung.
Aufregen darf man sich dabei über alles und jede*n, am liebsten aber über eine totale Nebensächlichkeit. Denn im Thema des Rants offenbart sich das wahre Selbst: Es sind die kleinen Dinge, die uns zur Weißglut bringen. Die Zuschauenden und -hörenden dürfen sich zurücklehnen und das schiere emotionale Ausmaß des Ausbruchs bestaunen. Hauptsache, es wird so richtig fies und die Fetzen fliegen.
Gerade im Zuge des Pandemie-Lockdowns, der uns alle zwingt, die Zähne zusammenzubeißen, kann die befreiende Wirkung des verbalen Dampf-Ablassens gar nicht überschätzt werden. Der Rant verrät das tiefe Gefühl – wer rantet, hat Herz und glaubt noch an etwas.

Das Center for Literature will diese alte, neu entdeckte Kunstform kultivieren und lädt deshalb zum Rant-Contest ein: Was regt euch gerade so richtig auf – was geht euch hart auf die Nerven und muss endlich mal raus in die Welt?
Schickt uns euren Rant als Video (3 bis 7 min). Wir veröffentlichen die drei schönsten Rants online und prämieren sie mit jeweils 1.000 €. Schickt uns einfach eine E-Mail an rant@burg-huelshoff.de mit eurem Video und einer Kurzbiographie. Einsendeschluss ist der 1.8.2021.

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