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Neues im Westen

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© Philine Rinnert und Ian Purnell

The White White West? fragt, mit welcher Literatur wir die Zukunft gestalten

Das Center for Literature auf Burg Hülshoff beschäftigt sich 2021 mit der Frage, wie eine zukünftige, vielfältigere Literaturszene aussehen könnte. Im Jahresprojekt The White White West? macht das CfL gemeinsam mit dem internationalen Autor*innenkollektiv foundintranslation und vielen Autor*innen und Künstler*innen die blinden Flecken des Literaturbetriebs sichtbar und entwirft Möglichkeiten, Arbeitsweisen und Visionen für eine mehrsprachige und inklusive Literaturlandschaft.

Der deutsche Literaturbetrieb war lange Zeit der Hort weißer, männlich geprägter Hochkultur. Inzwischen werden Positionen, Texte, Formate und Biografien diverser, doch der Weg hin zu einer vielfältigen und auch vielsprachigen Literaturlandschaft ist noch weit. Im Programm der meisten Literaturhäuser spiegelt sich nicht wider, dass viele Menschen in Deutschland auch in anderen Sprachen als Deutsch kommunizieren und schreiben. Die Inklusion von Menschen verschiedener Abilities spielt so gut wie keine Rolle in literarischen Veranstaltungen. Und doch ist all das da.

Das Jahresprojekt The White White West? entwickelt in vier Formaten Texte, Schreib- und Sprechweisen, um die längst vorhandene Vielfalt von Literatur und ihrer Urheber*innen wahrnehmbar zu machen: in einem Laboratorium und daraus entstehenden Performances, einer Digitalen Kampagne und einem Festival.

Bei Westfailure – The Talks, die vom 27.-30. Mai stattfinden, spricht Dr. Jörg Albrecht mit acht internationalen Künstler*innen über Visionen einer Welt und Kunst jenseits von Nationalstaaten und Nationalsprachen: mit der Lyrikerin und Performerin Mette Moestrup; den Roman-Schriftsteller*innen Stefanie de Velasco und Jan Brandt; der Performancekünstler Nástio Mosquito; die Choreografin Olivia Hyunsin Kim; der Opernsänger Shlomi Moto Wagner; der Szenografin Philine Rinnert und dem Filmemacher Ian Purnell. Die Künstler*innen haben sich in den vergangenen Monaten regelmäßig in digitale Laboratorien getroffen und Performances für das Festival Westopia konzipiert.

Das Festival Westopia vom 1. bis 5. September fragt dann, wie wir in einem Land selbstbestimmt leben können, das von wenigen beschrieben, erdacht, erträumt, erschaffen wurde. An fünf Tagen drehen sich Lesungen, Performances, Workshops und Diskussionen darum, wie die längst vorhandene Vielfalt einer mehrsprachigen Literaturwelt sichtbarer werden kann. Im weißen Westen Deutschlands, auf einer westfälischen Wasserburg, die zugleich Geburtsort der bekanntesten deutschen Dichterin des 19. Jahrhunderts ist, präsentieren Künstler*innen und Kulturschaffende wie Michaela Melian, Belo Cipriani, Marleen Krallmann, Andrés Claro, Zweitzeugen e.V., Katy Derbyshire, Ariane von Graffenried, Jake Schneider, Aurélie Maurin und Alia Trabucco Zerán neue Ästhetiken, Formate und Sprechweisen - für eine mehrsprachige Literatur der Zukunft.

Aus dem Festival heraus wird eine Forderung für eine multilinguale, transnationale und diverse Literatur entwickelt. In vielen Sprachen und in Bildern wird diese digitale Kampagne die Diskussion über einen vielfältigeren und inklusiven Literaturbetrieb vorantreiben.

Veranstaltungen

30.4. bis 27.6.
Ausstellung: Westfailure – The Library
Ort: Westfälischer Kunstverein, Rothenburg 30, 48143 Münster

27. bis 30.5.
Westfailure - The Talks
Livestream auf www.burg-huelshoff.de

1. bis 5.9.
Westopia. Festival für eine mehrsprachige Literatur der Zukunft
Ort: Burg Hülshoff, Schonebeck 6, 48329 Havixbeck