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Care Paket 2: Those who care – Rollenbilder in Film und Serie

Kostenlose Links und Literatur

In der Reihe The Female Gaze wirft Nhi Le einen Blick auf Filme und Serien aus feministischer und anti-rassistischer Sicht. Im folgenden Artikel geht es um sexistische Frauenfiguren und verschiedene Stereotype, die sogenannten Tropes.

Nhi Le 2020: »Diese sexistischen Frauenfiguren sollten aus Filmen verschwinden«. In: Jetzt. In deutscher Sprache.

Ein Überblick über das MPDG auf Deutsch:
Marina Ortner 2014: »Indie Inside: The Manic Pixie Dream Girl«. In: Uncut Movies. In deutscher Sprache.


Neben der »Jungfrau in Nöten« beziehungsweise »Damsel in Distress« werden beim The Representation Project weitere Tropes aufgezählt, die endlich aus unseren Köpfen, aus Filmen und Serien verschwinden sollen!

The Representation Project 2019: »10 Media Tropes That Just Need To Die Already«. In englischer Sprache.


Ein Trope, mit dem wir uns intensiver beschäftigt haben, ist das »Manic Pixie Dream Girl« (MPDG). Der Begriff wurde vom Filmkritiker Nathan Rabin eingeführt, um die von Kirsten Dunst gespielte Figur der Claire Colburn im Film Elizabethtown zu beschreiben.

 

»The Manic Pixie Dream Girl exists solely in the fevered imaginations of sensitive writer-directors to teach broodingly soulful young men to embrace life and its infinite mysteries and adventures.«

Das MPDG existiere nur in den Fieberträumen sensibler Autoren-Regisseure, um grüblerischen, schwermütigen jungen Männern beizubringen, wie man das Leben genießt, mit all seinen Mysterien und Abenteuern, schreibt Rabin.

Rabin, Nathan 2007: »The Bataan Death March of Whimsy Case File #1: Elizabethtown«. In: Film AV Club. In englischer Sprache.

Weitere Filmbeispiele mit dem Manic Pixie Dream Girl findet ihr hier:
Bowman, Donna/ Gilette, Amelie/ Murray, Noel/ Rabin, Nathan/ Pierce, Leonard/ Hyden, Steven 2008: »Wild Things: 16 Films Featuring Manic Pixie Dream Girls«. In: Film AV Club. In englischer Sprache.


Der Begriff des Manic Pixie Dream Girls (MPDG) wird aber auch kritisch betrachtet. Im Zuge eines Interviews über den Film Ruby Sparks (USA 2012 105 Min. | Regie: Valerie Faris und Jonathan Dayton) übt Schauspielerin und Drehbuchautorin Zoe Kazan massiv Kritik daran:

 

»I think that to lump together all individual, original quirky women under that rubric is to erase all difference. Like, I’ve read pieces that describe Annie Hall as a manic pixie dream girl. Katharine Hepburn in BRINGING UP BABY. To me, those are fully fledged characters that are being played by really smart actresses. I just think it’s misogynist. I don’t want that term to survive. I want it to die.«

Zoe Kazan hat das Drehbuch zur RomCom Ruby Sparks verfasst und spielt im Film die weiblich gelesene Hauptfigur Ruby. In dem Interview verteidigt sie die von ihr geschaffene und gespielte Figur und betont, dass diese als MPDG missverstanden werde.

Greco, Patti 2012: »Zoe Kazan on Writing ‘Ruby Sparks’ and Why You Should Never Call Her A ›Manic Pixie Dream Girl‹«. In: Vulture. In englischer Sprache.

 

»Men grow up expecting to be the hero of their own story. Women grow up expecting to be the supporting actress in somebody else's. As a kid growing up with books and films and stories instead of friends, that was always the narrative injustice that upset me more than anything else.«


Autorin Laurie Penny und wichtige Stimme des Feminismus hat sich zum Thema MPDG zu Wort gemeldet und sich selbst als MPDG geoutet. Sie teilt in dem Artikel, wie es kam, dass sie Charakterzüge des MPDG in ihrer Jugend/Entwicklung adaptiert und zum Teil ihrer Persönlichkeit gemacht hat – auch in emotionalen Beziehungen.

Laurie Penny 2013: »I was a Manic Pixie Dream Girl«. In: New Statesman. In englischer Sprache.

 

»Women do not exist to help men change; men do not need women to transform themselves.«

Ein berührender Artikel von Hugo Schwyzer darüber, wie das MPDG unser Leben beeinflusst. Denn wie Laurie Penny bereits sagte: »Fiction creates real life« und »Women behave in ways that they find sanctioned in stories written by men.«

Hugo Schwyzer 2013: »The Real World Consequences of the Manic Pixie Dream Girl Cliché.« In: The Atlantic. In englischer Sprache.

 

»What is the point of love in an unequal society?«


Ein positives Filmbeispiel und unser Ausgangspunkt in der Entwicklung zum Thema war der schwedische Film Hjärtat von Fanni Metilius. Der Film erzählt von der Fotografin Mika und dem Musiker Tesfay, die ein Paar werden. Von ihrer Beziehung, Sex und Kommunikation. Mika ist das Gegenteil von einem Manic Pixie Dream Girl. Sie [Spoiler] hat es satt, sich den Kopf nur über die Bedürfnisse ihres Partners zu zerbrechen und entscheidet sich für ihr eigenes Glück.

Rieger, Sophie Charlotte 2018: »Filmkritik zum Spielfilm Hjärtat.« In: Filmlöwin. In deutscher Sprache.

Kostenlose Videos:

Wer lieber Videos schaut, findet viele der genannten Beispiele in diesen beiden Videos:

Feminist Frequence. #1 The Manic Pixie Dream Girl (Tropes vs. Women) In englischer Sprache.
The Take. The Manic Pixie Dream Girl Trope, Explained. In englischer Sprache.

Das folgende Video parodiert den Trope Manic Pixie Dream Girl:
Manic Pixie Prostitute. In englischer Sprache.