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Blogging on Heaven's Door

Hier gibt’s was auf die Augen - Filmtipps zum Tagesthema

12.06.2020 ⋅ von Andrea Heming

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(c) Andrea Heming

Eine ausgesprochen nützliche wie auch beliebte göttliche Fähigkeit ist das Wirken von Wundern. Und weil Alliterationen etwas Schönes sind, ist es eben kein Wunder, dass Wonder Woman genauso heißt.

In der Menschenwelt nennt sich die gute Frau Diana Prince, gespielt von Gal Gadot. Prinzessin Diana wächst auf einer der Zeit entrückten Insel bei den Amazonen auf. Sie erkennt ihre wahre Identität, als der Flugzeugabsturz eines Soldaten sie in Kontakt mit der Menschenwelt und mit dem ersten Weltkrieg bringt. Kriegsgott Ares steckt nach ihrer Überzeugung hinter all dem Leid, das sie schwer erschüttert, und so zieht sie aus, um gegen ihn zu kämpfen. Regisseurin Patty Jenkins hat dem DC Comics Universe damit eine weibliche Überheldin geschaffen, die sich in Verantwortung für das Wohl der Menschen sieht.

Somit stehen Batman und Superman, ebenfalls Bewohner dieses Universums, nicht mehr allein. In Justice League geraten die beiden Herren übrigens in einen höchst überflüssigen Hahnenkampf, so dass Wonderwoman ganz therapeutisch mit allen einmal sprechen muss. Oder wie Goethe schon sagt: »Ein edler Mann wird durch ein gutes Wort der Frauen weit geführt.« Das gilt natürlich erst recht, wenn eine Göttin das Wort ergreift.

Das andere Comic-Universum soll nicht unterschlagen werden, denn auch hier gibt es eine weibliche Superheldin. Testpilotin Carol Danvers, gegeben von der unverbrauchten Brie Larson, ist zu spektakulären Kräften gekommen. Diese kann sie erst recht freisetzen, als sie den »Supressor« in ihrem Nacken loswird. Im Kampf Gut gegen Böse schlägt sie sich so überragend gut, dass sie am Schluss schnell wieder an das andere Ende des Universums entschwinden muss, damit ihre Kollegen vor Ort nicht direkt in Kurzarbeit gehen müssen. Im Übrigen wechseln sich in Captain Marvel spektakuläre Weltraumszenen, wirklich witzige Dialoge und die beste Katzen-Filmrolle aller Zeiten ab.

 

Lesebürger*innen!-Filmtipp

Wie es bei Gott zu Hause wirklich aussieht, weiß der belgische Regisseur Jaco Van Dormael. Und wer schon immer wissen wollte, warum die Welt so – und nicht anders – ist, sollte »Das brandneue Testament« unbedingt ansehen. Gott lebt nämlich mit seiner Familie in Brüssel. Was Lockdown und Kontaktsperren für Familien bedeuten können, zeigte der Film visionär bereits 2015. Gott ist ein schlecht gelaunter und mieser Familientyrann und erfreut sich in sadistischer Weise daran, die Menschheit zu quälen oder in Angst und Schrecken zu versetzen.

Schon seit der MATRIX-Trilogie ahnen wir, dass die Menschen durch ein allumfassendes Computerprogramm gesteuert werden. An diesen göttlichen PC darf niemand ran, auch nicht seine Familie. Seine Tochter lässt sich die familieninterne und weltumspannende Schreckensherrschaft nicht mehr gefallen, sie findet einen geheimen Ausgang in die Welt und beginnt hier, an einem neuen Testament zu arbeiten. Das kann Gott nicht auf sich sitzen lassen, er folgt ihr, kommt aber in der Realität nicht zurecht, wird verhaftet und soll nach Usbekistan abgeschoben werden. Endlich allein in der Wohnung fühlt sich Gottes Frau viel besser, beschäftigt sich mit dem PC des Hausherren und startet die ganze Sache einfach mal neu…

Wer diesen Film sieht, wird nicht nur seine Waschmaschine danach mit anderen Augen betrachten.

Das verspricht Andrea