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Blogging on Heaven's Door

Festival-Tarot

25.06.2020 ⋅ von Burg Hülshoff

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In der Performance von dorisdean wird das Tarot als Möglichkeit beschrieben, sich mit der eigenen Intuition zu verbinden.
Wir möchten euch ebenfalls einladen, die Karten auf spielerische Weise zu betrachten: Entsteht Sympathie für eine Darstellung oder doch eher Abneigung? Welche Fragen oder Bilder tauchen auf?
Tarot-Karten sind neben der symbolhaften Bildsprache auch voller numerischer Bedeutungen. So können wir die Tarot-Karte des jeweiligen Festivaltages bestimmen, indem die Ziffern des Tagesdatums addiert werden.

Teilt eure Assoziationen und Kommentare mit uns: lesebuergerinnen@burg-huelshoff.de

 

Festivaltag 3:

„Glaubst Du an Kunst?“ - 19.06.2020
1+9+6+2+2 = 20

Die Zahl 20 entspricht der Karte „Gericht“

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Kernaussage:
Erweckung, Befreiung, Erlösung, Neubeginn

Die Karte erinnert auf den ersten Blick an das Jüngste Gericht. Oben am Himmel der Engel mit der Posaune, unten graue Menschen, die aus ihren Särgen aufstehen und den Posaunenengel wie einen Retter erfreut mit ausgestreckten Armen zu begrüßen scheinen.
In Verbindung mit dem Tagesmotto „Glaubst du an Kunst?“ erscheint diese Karte wie ein Sinnbild, für das, was Kunst in uns auslösen kann. Der Engel könnte für das Potential stehen, das der Kunst innewohnt. Kunst kann uns wieder das Gefühl geben, lebendig zu sein.
Weist die Karte also darauf hin, dass wir etwas tun können oder sogar müssen und uns nicht lebendig begraben lassen sollen? Kann Kunst uns in die Lage versetzen, unsere Wirklichkeit selbst zu gestalten? Ist Kunst ein Weckruf aus der Lethargie?

 

Festivaltag 4:

„Glaubst Du an Gleichstellung?“ - 26.06.2020
2+6+6+2+2 = 18 = 9

Die Ziffer 9 entspricht der Karte „Der Eremit“

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Kernaussage:
Rückzug, Selbstbesinnung

Auf der Karte "Der Eremit" ist ein älterer Mann in einem grauen Kapuzenmantel abgebildet, der in der einen Hand eine angezündete Laterne und in der anderen einen Wanderstab hält. Der Mann hat die Augen zu Boden gesenkt oder ganz geschlossen.
Der Eremit ist ein Suchender. Nach was er sucht, ist nicht eindeutig.
In der Verbindung mit dem Tagesmotto weist diese Karte auf das Fehlende hin, das was nicht im Bild ist: Es fehlt ein Gegenüber auf Augenhöhe.
Der Eremit hat den Blick gesenkt und könnte somit ein potentielles Gegenüber auch gar nicht wahrnehmen.
Löst die Abwesenheit eines Gegenübers Isolation aus und damit einhergehend auch eine zunehmende Entfremdung von der Welt?
Ist ein mir gleichgestelltes Gegenüber eine wichtige Möglichkeit, mit der Welt in Verbindung zu treten und mich so selbst zu erkennen?