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Blogging on Heaven's Door

Wir befragen mal die Karten

21.06.2020 ⋅ von Claudia Fiedler

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In der Performance von dorisdean wird das Tarot als Möglichkeit beschrieben, die eigene Intuition zu schulen.

Tarot-Karten sind neben der symbolhaften Bildsprache auch voller numerischer Bedeutungen und Werte. Daher können wir - basierend auf der Numerologie - die Tarot-Karte des jeweiligen Festivaltages bestimmen, indem die Ziffern des Tagesdatums addiert werden.

Das Tarot lädt dazu ein, Fragen zu stellen statt Antworten zu geben.


Wir möchten euch einladen, mit den Karten auf spielerische Weise in Resonanz zu treten.

Entsteht ein Bezug zur Karte? Oder eher Widerstand?

Teilt eure Assoziationen und Kommentare mit uns: lesebuergerinnen@burg-huelshoff.de

 

Festivaltag 1:

»Glaubst du an Menschenwürde?« - 05.06.2020

5+6+2+2 = 15 = 6

Im Rider Waite Tarot entspricht die Ziffer 6 der Karte »Die Liebenden«

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Kernaussage:
Die Kraft der Liebe und wie wir damit umhegen

Das nackte Paar erinnert an Adam und Eva im Paradies. Hinter der Frau links ist auch die Schlange zu sehen, die sich durch den Baum der Erkenntnis windet. Ein vulkanartiger Berg erhebt sich im Hintergrund. Bedroht er das Paar? Bildet er eine Barriere zwischen den Menschen?

Ist der leuchtende Engel, der über den beiden schwebt, gekommen, um das Pärchen zu verbannen, zu bestrafen oder zu beschützen?

Diese Karte wirft in bildhafter Weise einige der Fragen auf, die beim Festival thematisiert werden:
Brauchen wir eine übergeordnete Instanz, die uns Würde zuspricht?
Ist die Menschenwürde etwas, das Segen oder Schutz braucht? Von wem? Vor wem?

 

Festivaltag 2:

»Glaubst du an Gött*innen?« - 12.06.2020

1+2+6+2+2 = 13 = 4

Die Ziffer 4 entspricht der Karte »Der Herrscher«

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Kernaussage:
Der Herrscher repräsentiert das männliche Prinzip und steht für Autorität, Führung und die Vernunft

Die Karte zeigt einen älteren Mann auf einem mit Widderköpfen versehen Steinthron. Seine Miene wirkt kühl und kritisch. Er trägt einen roten Umhang über seiner Rüstung. In der linken Hand hält er einen Reichsapfel, in seiner rechten Hand das altägyptische Kreuz Ankh.

Die Karte bildet auf den ersten Blick einen Antagonismus zum Tagesmotto »Glaubst du an Gött*innen?«. Durch die Darstellung eines weltlichen Machtprinzips weist die Karte gleichzeitig auch bildhaft auf die Abwesenheit der göttlichen, spirituellen Qualitäten hin. Die Sehnsucht nach einem Gegenpol kann uns so deutlicher bewusst werden.
Möchten wir also an das Magische, Göttliche glauben, das ohne weltliche Machtattribute auskommt?