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Droste Festival 2020

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An was glauben wir? An wen glauben wir?

Zunehmend werden scheinbar fest geglaubte Größen wie Wissenschaft und Politik in »Fake News«-Debatten, durch Verschwörungsideologien und antidemokratischen Terror-Attacken angegriffen. Welche Werte in unserem (westlichen) gesellschaftlichen Miteinander noch gelten, wird zu einer immer widersprüchlicheren Frage. So steht gegenüber dem Ideal der unantastbaren Menschenwürde der europäische Umgang mit Geflüchteten an den Außengrenzen. Wenn der gesellschaftliche Fokus sich vom »Wissen« auf den »Glauben« verlagert, verändert sich auch die Rolle des Zweifels. Ist Zweifel überhaupt noch eine produktive Kraft – oder nur noch zerstörerisch? Im Geiste der weißen, adligen und westfälischen Poetin Annette von Droste-Hülshoff stellt das Droste Festival die Frage nach der Tragfähigkeit des Glaubens, an religiöse wie an gesellschaftliche Konzepte. Statt uns dafür im Rüschhaus – dem Schaffensort der Poetin, an dem auch sie glaubte und zweifelte – zu versammeln, treffen wir uns Pandemie-bedingt in einer der größten Sphären für Glaube und Unglaube: im Digitalen. Denn was, wenn nicht Anschuldigungen von »Fake News«, oder Filterblasen und Shitstorms zeigen, dass das Digitale ein Medium des Glaubens ist. Das diesjährige Droste Festival begegnet hier – ganz im Sinne Annette von Droste-Hülshoffs – Dogmen im Kontext von Religion, Gemeinschaft und Zugehörigkeit mit künstlerisch formulierten Fragen.

Jeden Freitag im Juni ab 17 Uhr.