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Droste Landschaft: Lyrikweg

Wie es mir geht? Jetzt schon gut; ich habe mich wieder ins Klima eingeübt, qualifiziere mich täglich mehr zur Schnelläuferin, gehe ganz bequem in einem Tage nach Hülshoff oder Münster und zurück und setze alle außer Atem, die Schritt mit mir halten müssen.
– Annette von Droste-Hülshoff, aus einem Brief an Levin Schücking, Rüschhaus, 10. Oktober 1842.

Droste-Landschaft : Lyrikweg ist ein deutschlandweit einzigartiges Wanderwegprojekt, das Natur und Kunst zusammenbringt. Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797 - 1848) wanderte, seit sie Burg Hülshoff verließ und im nahen Rüschhaus lebte und schrieb, immer wieder zwischen diesen beiden Orten hin und her. Zwischen diesen historischen Baudenkmälern realisiert die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung mit Fördermitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und in Zusammenarbeit mit Dr. Jochen Grywatsch für die Droste-Forschungsstelle der LWL-Literaturkommission für Westfalen nun wieder eine Verbindung.

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© Lennart Lofink

Der Lyrikweg ist vieles auf einmal: eine Wander-, Rad- und Spazierroute, aber auch ein Museum in der Landschaft, das Literatur, Naturkunde und Alltagskultur ausstellt, sie spürbar und erlebbar macht – und all das »on the way«, nämlich auf ihrem, auf Drostes Weg. An seinen Rändern erleben wir durch mediale Kunststationen und Textpassagen, durch digitale und analoge Kunstwerke, wie Landschaft, Denken und Fühlen im 19. Jahrhundert aussahen, wie sie heute aussehen können – und wie in Zukunft. Der Lyrikweg lädt Einheimische und Tourist*innen gleichermaßen dazu ein, auf den Spuren Droste-Hülshoffs die Landschaft zu durchmessen, zu beobachten, immer wieder neu wahrzunehmen − kurz: wie sie zu gehen.

Walk like a poet!

Der Film zum Bergfest
Auf diesen Spuren können wir nun schon einmal gemütlich und von zu Hause aus wandern: digital und virtuell in unserem Film zum Bergfest des Projekts Lyrikweg. Proviant schadet natürlich dennoch nicht. Auf der knapp fünf Kilometer langen Strecke zwischen Haus Rüschhaus und Burg Hülshoff gibt es die westfälische Landschaft, die wichtigsten Stationen als Panorama, Gedichte von Christoph Wenzel und Tracks von Ulrike Almut Sandig und Grigory Semenchuk, die unter dem Namen Landschaft deutsche und ukrainische Gedichte vertonen. Und, über all dem: die Droste, die den Weg hundertfach ging.

Auf geht’s!

360 Grad

Wenn du das Video mit deinem Laptop oder Tablet schaust, dann kannst du dich mit der Maus im Bild hin- und herbewegen. Zieh das Videobild mit der Maus etwas zur Seite und dreh dich bis zu 360° um deine eigene Achse.

Wenn du das Video mit deinem Smartphone aufrufst, kannst du dein Handy einfach im Raum bewegen und der Bildschirm zeigt dir stets den Ausschnitt der virtuellen Landschaft um dich herum an. Es war nie leichter, eine ganze Landschaft in dein Wohnzimmer zu holen.


Ziele 
Wie alle guten Wege, die man geht, hat auch der Lyrikweg die Verbindung zum obersten Ziel – auf vielfache Weise:

Orte Der Lyrikweg verbindet zwei bedeutende Baudenkmäler, Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus. − Und dies auf einer Wegstrecke, auf der man sich gern aufhält, in Gesellschaft von Natur und Kunst, insbesondere Literatur. An besonderen Punkten wird die Landschaft von namhaften Autor*innen und Künstler*innen ortsspezifisch befragt, unter die Lupe genommen, gefüllt und inszeniert. Die Droste-Landschaft wird ein Ort zwischen zwei Orten sein, den wir uns in Bewegung erschließen.

Zeiten Auf dem Weg laufen Vergangenheit und Gegenwart nebeneinander her: Gedichte und Briefe Annette von Droste-Hülshoffs treffen auf heutige Texte, treten mit neuen Künsten und Medien ins Gespräch und zeigen den Wandel der Landschaft, der Kultur und damit auch der Menschen, die sie bewohnen. Wir kommen verschiedenen Zeiten nahe und schauen danach anders in die Zukunft.

Menschen Der Lyrikweg verbindet die Menschen der Region durch eine teils neugeschaffene komfortable Route für alle − in eigenem Tempo und eigenem Erleben, auf dem Fahrrad, mit Wanderschuhen oder dem Rollstuhl. Die Themen werden auf dem Weg informativ, interaktiv und spielerisch vermittelt. Von den Medienstationen bis hin zur Wegbeschaffenheit entsteht so ein sinnliches und möglichst barrierefreies Erlebnis für alle, – Wanderlustige, Spaziergänger*innen, Kulturtourist*innen, Familien und Menschen jeden Alters.

Wissensvermittlung Der Wandel von Natur, Kultur und Literatur ist thematisches Zentrum des Weges. Auf den zirka 10 Kilometern Gesamtlänge entstehen dafür mitten in der Landschaft künstlerisch gestaltete Pausenorte, Hörstationen, Sichtplätze, Textflächen und interaktive Medieninseln. An ihnen erleben wir im Wandern den Wandel – von der Zeit Drostes bis ins Heute.

Digital und analog Eine Lyrikweg-App legt eine zweite Landschaft über die, in der wir stehen und gehen. Abseitige, unwegsame oder längst in der Geschichte versunkene Wegeabschnitte werden auf einmal doch erreichbar. Und wir bekommen die Möglichkeit, uns selbst in die Landschaft einzuschreiben, mit ihr zu interagieren, sie anders wahrzunehmen.

Naturschutz Die Landschaft selbst spielt also eine Hauptrolle für den Lyrikweg. Damit sie erhalten bleibt, ist ihre Pflege Teil des Projekts: Neue Blühstreifen, Wallhecken und Bäume versetzen die Landschaft für uns in Teilen zurück in die Zeit Droste-Hülshoffs. Und eine eigene Naturkundestation thematisiert die ökologischen Zusammenhänge, die die Landschaft bestimmen.

Tourismus und Partner Zusammen mit lokalen Kleinen und Mittleren Unternehmen, der Politik, Kultur, Initiativen, Hotellerie, Gastronomie, Touristik und Landwirtschaft entsteht ein starkes Netzwerk, um das kultur- und naturtouristische Angebot in der Region weiterzuentwickeln. Ziel ist es, Gästen von nah und fern sinnliche Erlebnisse zu bieten, die zeigen: Das Münsterland ist immer wieder eine Reise wert. Ein Natur-Erlebnis als Kultur-Erlebnis – und umgekehrt.

Die Eröffnung von Droste- Landschaft : Lyrikweg ist für Juni 2021 geplant. 
Das Vorhaben entsteht in Zusammenarbeit der Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung und Burg Hülshoff – Center for Literature mit dem LWL-Museum für Naturkunde, den Westfälischen Kommissionen für Landeskunde des LWL, regionalen Institutionen, einem Netzwerk von lokalen Expert*innen und Kleinen und Mittleren Unternehmen sowie mit vielen weiteren Partnerschaften in der Region.