Preview 2018/19

In 2018 eröffnet das Center for Literature – mit dem letzten Sommerferienwochenende in NRW und mit den Droste-Tagen. In einem dreitägigen Programm (24. bis 26. August) und unter dem Motto COME CROSS ME dreht sich alles um Grenzüberschreitungen. Welche Grenzen? Die zwischen den Künsten und Gattungen, die zwischen Sprachen und Kulturen, die zwischen einzelnen Segmenten der Gesellschaft. Und die Grenze vom Alten (der Burg) zum Neuen (dem Center for Literature).

Mit SCHAUSTELLEN! wird wenige Wochen später, am 22./23. September, gleich ein weiteres Festival aus der Taufe gehoben. Als Literaturvolksfest versammelt es eine Vielzahl von Schriftsteller*innen, die sich brennender gesellschaftlicher Baustellen annehmen – und das mit Witz und Ernst zugleich, mit Herzblut und Coolness, mit Freude an den Worten und Spaß bei der Sache.

Ende Oktober (26./27.) erwartet Burg Hülshoff zwei besondere Gäste: die Romane Vor dem Fest und Gegen die Welt – und dazu ihre beiden Verfasser, Saša Stanišic und Jan Brandt. In einem Double Feature lesen die beiden aus ihren Texten – und sind zugleich Teil intermedialer Inszenierungen. In der Vorburg erwacht Brandts Gegen die Welt in einem begehbaren Videohörspiel zum Leben; und Stanišics Vor dem Fest erklingt im Burgkeller auf neue Weise – von ihm gelesen, begleitet vom Chor Die Untertanen.

Daneben wird es 2018 bereits viele kleinere Veranstaltungen geben, vor allem im Haus Rüschhaus, aber auch im Droste-Museum. Neben einem Abend mit Indie-Lyrik und Indie-Konzert gibt es ein Action-Diskussionsformat zum Thema Nation als Fiktion und eine erste experimentelle Führung durchs Museum unter dem Stichwort Blinde Flecken, sehende Ecken.

2019 widmet sich Burg Hülshoff – Center for Literature dann vor allem drei Themenkomplexen – in größeren wie kleineren Formaten.

Eine Konferenz stellt den Begriff der Migration(en) in den Mittelpunkt und holt dafür Schriftsteller*innen aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus zusammen.

Die Droste-Tage widmen sich der weiblichen Kunstproduktion und der Frage, was es überhaupt bedeutet, zweihundert Jahre nach der emanzipierten Droste-Hülshoff Frau in dieser Welt zu sein.

Und im Schwerpunkt Anbauen! geht es um Ökologie und Bauen. Im Kontext des Bauhausjubiläums 100 jahre bauhaus im westen des Landes NRW und der Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland gibt es Workshops, Showings und ein Festival. Künstler*innen, Urban Gardening-Aktivist*innen, Studierende, Architekt*innen und viele weitere kommen zusammen und überlegen, wie Literatur, wie Worte, wie unser Verstehen angesichts einer zunehmend zerstörten Erde aussieht. Können wir überhaupt noch anbauen oder nur noch umbauen? Wer sind wir, wenn die Natur (wieder) die Hauptrolle im globalen Geschehen spielt?