Veranstaltung

„Verrostet steht des Mondes Silberschild“ oder Who’s that Woman in the Mirror | Ohne Titel | Gras | Annette Unscharf. Eine Hommage an ein Augenleiden

Re:Reading Droste, Care, Poetik des Publikums/Poetics of the public

06. Juli 2019 – 14:00 Uhr
07. Juli 2019 – 12:00 Uhr

droste_im-glashaus_-morrien-c-alice-d.bleistein.jpg
(c) Alice D. Bleistein
Annette Unscharf. Eine Hommage an ein Augenleiden am Samstag, 06.07.2019, 12 Uhr und 14 Uhr nur bei sonnigem Wetter

Von
Prof. Dr. Rita Morrien /
Studierenden des Instituts für Germanistik und
Vergleichende Literaturwissenschaft, Universität Paderborn /
Monir Nikouzinat Monfared /
Susanne von Bülow in Zusammenarbeit mit dem Seminar für Kulturanthropologie des Textilen, TU Dortmund /

Zwei Eingriffe in das Festival verändern das Rüschhaus temporär: Beteiligte des Projekts Mit Droste im Glashaus kapern das Schlafzimmer der Droste und den herrschaftlichen Flur und errichten Projektionen.

Widerstreitende Stimmen. Spione im Spiegel. Die heimische Natur als etwas (auf einmal) Fremdes, als das Andere. – Das sind die Themen einer audiovisuellen Installation von Studierenden der Universität Paderborn, unter der Leitung von Rita Morrien. Die ehemalige Schlafkammer Annette von Droste-Hülshoffs wird so zu einem Ort der anderen Begegnung. Vertraute Droste-Verse werden aufgegriffen, werden ins Spiel gebracht, werden dialogisch – und so Gegenstand einer kreativen Umschrift, einer Überblendung. Das Projekt wurde mit Schauspieler*innen des Theater Paderborn umgesetzt.

Gleich im Eingangsbereich des Haus Rüschhaus findet sich ein großer Wandspiegel, der an die zahlreichen Spiegel-Motive in Drostes Lyrik erinnern lässt. Monir Nikouzinat Monfared zeigt hier eine Wandarbeit, die zur Betrachtung auffordert.

Ob im Moose oder Grase die Bodendecke trennt das was unten und was oben liegt, was Himmel und was Erde sei, beschreibt eine wirkungsvolle Schnittstelle der Poesie bei Annette von Droste Hülshoff. Susanne von Bülows Arbeit »Gras« ist zu sehen in der Orangerie im Garten von Haus Rüschhaus. Ihre Belichtungsperformance »Annette Unscharf. Eine Hommage an ein Augenleiden« bewegt sich zwischen scharfer und unscharfer Abbildung. Bei sonnigem Wetter werden vor Ort Natureindrücke und Abbilder von Annette von Droste Hülshoff in Licht und Schatten auf Lichtempfindlichen Stoffbahnen eingefangen und die blauen Stoffbahnen im Anschluss an einer Wäscheleine zum Trocknen aufgehängt und gleichzeitig ausgestellt. Die Performance ist eine Hommage an das Augenleiden der Droste und deren damit verbundenen Wahrnehmungsverschiebung, aus der heraus Droste ihre einzigartige Naturbeschreibung schuf.

Antagonistic voices. Spies in the mirror. The familiar nature as a projected area for the other. These topics are addressed in an audiovisual installation. Under the direction of Rita Morrien, students from Paderborn University realized this artistic intervention in Droste’s very own bedroom.
Right at the entrance of Haus Rüschhaus you can find a mirror, an artwork by Monir Nikouzinat Monfared, that invites you to take a long look.
Susanne von Bülow’s artwork Gras is exhibited in the orangery. You can also be part of her light exposure performance, which refers to Annette von Drostes eye complaint and her remarkable perceptive faculty.


Das Droste Festival 2019 wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und das Droste-Forum e.V.

In Kooperation mit dem Projekt Mit Droste im Glashaus – 21 Künstlerinnen und Künstler werfen Blicke