Veranstaltung

Handverlesen

Zwischensprachen, Blinde Flecken/Blind Spots

01. Februar 2019 – 19:30 Uhr

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Gedicht ohne Titel von Lea Schneider (c) handverlesen

Im Rüschhaus heißen wir willkommen: vier Literat*innen. Tim Holland, Julia Hroch, Dawei Ni und Lea Schneider performen für uns ihre Literatur.

Einige der Texte wurden in Gebärden verfasst und in Lautsprache übersetzt, einige von ihnen gingen den umgekehrten Weg.

Wer sagt, dass Sprache immer Wörter braucht? WORTE ja, aber einzelne, laut ausgesprochene Wörter? Geht es nicht eher um den Zusammenhang, das kleine Ganze? Und woraus können WORTE bestehen? Auch aus einer Hand- oder einer Kopfbewegung. Oder aus gehobenen Augenbrauen. Oder aus lautlos sprechenden Lippen. Auftritt: handverlesen.

handverlesen ist eine mehrsprachige emanzipatorische Literaturinitiative, gegründet von Katharina Mevissen und Franziska Winkler. Ihr Ziel ist es, Texten mehr Bewegungsfreiheit zu verschaffen – in Laut- und in Gebärdensprache. Was die Künstler*innen fordern, ist nicht weniger als ein neues Verständnis von Literatur. Sie publizieren mehrsprachige Magazine, Filme und Bücher zum Thema und bauen derzeit eine Online-Bibliothek für Gebärdensprachliteratur auf. Denn auch hier braucht es neue Medien, Veranstaltungsformate und Lesegewohnheiten, die gedruckte und digitale Formen verknüpfen.

Und wir als Center for Literature sagen: Go for it! Und: Nehmt uns mit!

Denn, ja, die hörende Literaturwelt braucht endlich gebärdensprachliche Poesie und Prosa. Und eine stärkere Präsenz gehörloser Künstler*innen auf Bühnen und in Büchern.



Who said literature is always written or vocalized? Four writers perform their texts – two of them write in phonetic language, two in sign language. Sounds are translated into gestures and mimic art – and the other way round. Welcome to handverlesen, an initiative founded by Katharina Mevissen and Franziska Winkler. Aiming at a new understanding of who is meant to write and perform, handverlesen brings together different writers and different media to challenge conventions of the literary scene.


Die Veranstaltung wurde konzipiert mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.