Veranstaltung

Ecotopia

Anbauen!, Blinde Flecken/Blind Spots

12. September 2019 – 19:00 Uhr

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(c) Lennart Lofink

mit
Yair Karelic
Laura Landergott
Heike Rädeker
Sarah Neidorf
Senthuran Varatharajah
Can Winter

Raum: Studio Umschichten, Sounddesign: Torsten Helbron, Übertitelung: Sophie Stroux

Ecoptopia ist Installation, Text-Performance und Musik-Show zugleich.

Worum geht es? Um Ökologie. Und darum, wie sie nur möglich wurde durch eine lange, dunkle Geschichte: die des Kolonialismus. Denn als die Briten ihre Kolonien in verschiedenen afrikanischen Staaten errichteten, war die Botanik ihnen ein willkommenes Mittel zur Eroberung. Sümpfe wurden trockengelegt, die Vorstellungen der Indigenen von Natur ignoriert, ihre Lebensweisen zerstört, ganze Stämme ermordet.

Time to make some noise.

Senthuran Varatharajah, Schriftsteller, und die Band RÁN schreiben und komponieren eine düstere Rock’n’Roll-Kolonialmesse. Zelebrieren wir den Kolonialismus nicht. Stellen wir ihn aus und machen ihn so erkennbar.

Auf dem Boden gerinnen Melodien der Musik zu Grenzlinien. Zwischen Betonsäulen versteckt: ein Garten. Und in ihm ein Haufen wimmelnder Fragen:

Wie hängen Rassismus und Sprechen über „Natur“ zusammen? Wie hat Ökologie das globale Nord-Süd-Gefälle (mit) hervorgebracht? Wie setzt sich dies heute, in den Bauprojekten der Moderne fort? Und: Können wir noch eine (gerechte) Zukunft für diesen Planeten zu entwerfen?

 

some say that love is a line

— Senthuran Varatharajah und RÁN

Ecotopia is a traversable live radio play and rock and roll concert. Th e writer Senthuran Varatharajah and the Band RÁN (Laura Landergott and Yair Karelic) explore the colonial history of ecology. Somewhere between architecture and nature, between north and south, between horror and philosophy, between a colonial exposition and personal stories, the three of them create a synthesis of the arts.

Script #2

Senthuran Varatharajah: Sechs Linien (Im Schlaf, wie man sagt)
Für die Performance Ecotopia hat Senthuran Varatharajah diesen Essay geschrieben, der wahnwitzig vom ganz Kleinen ins ganz Große geht – und nicht nur die eigene Lebensgeschichte als Fiktion hinterfragt, sondern auch unser Verständnis davon, was und wer „Natur“ sein darf.
Der Text ist als Heft in der Reihe Script des Center for Literature erschienen und auf der Burg oder über script@burg-huelshoff.de erhältlich.

 

anbauen
Wortart: schwaches Verb
Worttrennung: an/bau/en
Bedeutung:
▪ an etwas bauend anfügen; hinzubauen
▪ ein Gebäude durch einen Anbau erweitern, vergrößern
▪ auf Feldern anpflanzen abbauen
Wortart: schwaches Verb
Worttrennung: ab/bau/en
Bedeutung:
▪ Aufgebautes unter Erhaltung des Materials zwecks Wiederverwendung in seine Einzelteile zerlegen
▪ Chemie, Biologie: komplizierte Moleküle, Strukturen in einfachere zerlegen
▪ Landwirtschaft: im Ertrag und in der Qualität zurückgehen
▪ Bergbau: Erze, Mineralien fördern, gewinnen
▪ in der Leistung nachlassen, an Kraft, Konzentration verlieren
▪ allmählich verschwinden, sich auflösen
▪ allmählich beseitigen, abschaffen

— Senthuran Varatharajah

Anbauen! wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW. Das Projekt ist Teil des Jubiläumsprogramms 100 jahre bauhaus im westen des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, des LWL und des LVR.
In Kooperation mit der Filmwerkstatt Münster, der Münster School of Design und dem NRW KULTURsekretariat.