Veranstaltung

all dies hier, majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän

Anbauen!

14. September 2019 – 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr

mit
Daniel Falb
Johannes Heldèn
Jessie Kleemann
Marion Poschmann
Daniela Seel
Eva Tind
Sonja vom Brocke
Christoph Wenzel

Kuration: Daniela Seel

Wenn wir sagen: Lyrik und Natur – dann gehen oft Klischees in den Köpfen, Ohren, Augen los. Doch vor dem Horizont geologischer Zeit und dem folgenreichen Wirken des Menschen in ihr haben sich Naturlyrik und Ecopoetics in den letzten Jahren gewandelt.

Die neue poetische Ästhetik des Anthropozäns ist weltzugewandt und wach, kritisch und dokumentarisch, eigensinnig und sprachbewusst.
Im Festivalzentrum lesen einige dieser Poet*innen – und es geht vom (Lang-)Gedicht zum Talk zu Performance.

Und unser Blick richtet sich für einen Tag auf: THE CHANGING ARCTIC.

Kuratiert und moderiert wird der Schwerpunkt von der Dichterin und Verlegerin Daniela Seel, die 2016 in ihrem Verlag kookbooks gemeinsam mit Anja Bayer die Anthologie all dies hier, majestät, ist deins. Lyrik im Anthropozän herausgab.

Nature writing and ecopoetics have changed wildly over the course of the debate about the anthropocene. In the festival center, poets will read texts that deal with the changing Arctic. Curated by the poets and the publisher Daniela Seel.

 

Die Designer der Einheitsregierung stellten sich als unfähig heraus, für sich selbst zu sorgen. Das war die überraschendste Wende im Zeitalter der selbstlernenden künstlichen Intelligenzen, die wie erwartet und ja auch heimlich ersehnt die Regierung übernahmen, das beste für alle errechneten und ohne überflüssige Gewalt, vorallem ohne Rachebedürfnisse durchsetzten. Jedoch in ihrem Kopf waren immer noch die Menschen die Eltern, kindische, launische Gottheiten. Sie mussten versorgt und erzogen werden, oder vielmehr, man einigte sich auf eingespielte Rituale. Sie hatten als die ehemaligen Pflegernnnie und Mentorennnie, als Ammen quasi, in den KI-Gehirnen einen fast heilig wirkenden Platz. Die Menschen schienen dazu bestimmt, als die Kleine Gottheit des Fehlers, als Relikt einer früheren Weltordnung, in der Geschichte fortzuleben.

— Ann Cotten

Anbauen! wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW. Das Projekt ist Teil des Jubiläumsprogramms 100 jahre bauhaus im westen des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, des LWL und des LVR.
In Kooperation mit der Filmwerkstatt Münster, der Münster School of Design und dem NRW KULTURsekretariat.