Geschichte der Burg
Die Wasserburg Hülshoff wurde als Oberhof „Zum Hülshoff“ bereits im 11. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Johann IV. von Droste aus einer Münsteraner Erbmännerfamilie und Besitzer des Hofes Deckenbrock in Everswinkel kaufte zunächst 1414 eine Parzelle vom Hülshowe, heute der nördliche Teil des Hülshoffer Schlossparks, bevor er 1417 von seiner entfernten Verwandten Jutta von Schonebeck das Haus Tor Kulen, urkundlich bereits 1347 erwähnt, und den Oberhof Hülshoff erwarb. Den Urkunden zufolge stand auf einer Insel im damals noch kleineren Hausteich nur ein Haus mit dicken Mauern. Die heutige Vorburg hatte einen Graben im südlichen Bereich. Dort befand sich damals der Zugang. Die Familie nutze die Burg zunächst als Landsitz vor allem in den Sommermonaten.
Erst Heinrich I. (1500-1570) verlegte, bedingt durch die leidvollen Erfahrungen der Wiedertäuferzeit und in den Auseinandersetzungen mit den Standesgenossen im sogenannten Erbmännerstreit, seinen ständigen Wohnsitz von Münster nach Hülshoff, erweiterte das Haupthaus durch den westlichen Flügel und befestigte die Burg. Sein Enkel Heinrich II. musste, durch wiederholte Belagerungen und Plünderungen im spanisch-niederländischen und Dreißigjährigen Krieg, die Befestigung weiter verstärken. Zu den Umbaumaßnahmen an Gebäuden kamen erste Veränderungen im umgebenden Gelände. So ließ Heinrich I. den Teich durch einen Kanal vergrößern. 1628 wurde durch Heinrich II. die jetzige Lindenallee aufgeschüttet und gepflastert, heute der Hauptzugang zur Burg. Das südlich gelegene, sumpfige Gelände wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch den Vater der Dichterin Clemens August II. trocken gelegt. Dazu ließ er die Stichgräben von dem östlichen und westlichen Turm der Vorburg zum Hausteich ausheben. Der fast verlandete Graben zwischen den beiden Türmen wurde vertieft. Doch erst seit den Siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts hatte die Vorburg so breite Gräben, dass man von einer Insellage sprechen kann. Die Kapelle wurde in den 1870er Jahren angebaut.
