Die Dichterin

Annette von Droste-Hülshoff war Dichterin und ihrer Zeit voraus. Öffentlich aufzutreten – als Frau und noch dazu als Schriftstellerin –, das sah der Adels- und Familienkodex eigentlich nicht vor. Sie musste sie sich ihre Freiheit immer wieder erkämpfen.

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Das Mädchen, das zeitlebens Annette gerufen wurde, kam am 10. Januar 1797 auf Hülshoff zur Welt, laut Eintrag ihres Vaters in der Familienchronik. Getauft wurde das Siebenmonatskind am 14. Januar auf den Namen Anna Elisabeth Franziska Adolphina Wilhelmina Louise Maria. Sie war das zweite von vier Geschwistern. Die ältere Schwester Jenny wurde 1795 geboren. Auf Annette folgten noch Werner Konstantin und Ferdinand.

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Überlebt hat Annette als gefährdete Frühgeburt nur dank der Pflege und Fürsorge ihrer Amme, Katharina Plettendorf aus Altenberge, was die Droste auch in zwei Gedichten thematisiert. Die zu frühe Geburt hatte zeitlebens gesundheitliche Probleme zur Folge, insbesondere hinsichtlich der Augen, Nerven und Lunge.

(c) Dario Damiano

In ihrer recht unbeschwerten Jugend auf Hülshoff im Kreise ihrer drei Geschwister wurde das frühreife, eigensinnige Kind von der Mutter gefördert, gerade was das Talent zum Dichten angeht. Sie erhielt denselben Unterricht wie ihre Brüder, um ihre übersprudelnde Phantasie zu bändigen und ihre Talente für Musik und Literatur zu fördern. Ihren Wissensdurst stillten die Bücher der Hülshoffer Bibliothek und der Leihbücherei in Münster. Schon in ihrer Jugend entstanden erste Gedichte auf Hülshoff, die von der Mutter abgeschrieben und so bewahrt wurden.

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29 Jahre lebte sie auf Hülshoff, bis ihr Vater im Juli 1826 starb und der Bruder Werner die Burg übernahm. Annette, ihre Mutter und die Schwester Maria Anna, genannt Jenny, übersiedelten ins nahegelegene Rüschhaus, das der Vater kurz vor seinem Tode gekauft hatte. Annette von Droste-Hülshoff lebte und arbeitete dort von 1826 bis 1846. Unter anderem verfasste die Dichterin im Rüschhaus Die Judenbuche, ihr bekanntestes Werk.

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Nachdem sich Jenny mit dem Freiherrn Joseph von Laßberg 1834 verheiratet hatte, besuchte Annette ihre Schwester mehrfach, verbunden mit längeren Aufenthalten, zunächst am ersten Wohnsitz der beiden in der Schweiz, dann am Bodensee. Dort hatte ihr Schwager die Meersburg gekauft. Annette von Droste zu Hülshoff starb hier am 24. Mai 1848 und wurde zwei Tage später auf dem Meersburger Friedhof beerdigt. Sie gilt als eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen.

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