Die Architektur

Burg Hülshoff ist eins der typischen westfälischen Wasserschlösser.

Im Münsterland entwickelten sich die schon vor Karl dem Großen – und zwar als Fliehburgen. Sie wurden zum Schutz der Einwohner, in Ermangelung von Bergen oder Hügeln, auf künstlichen oder natürlichen Inseln errichtet. Oft waren sie mit mehreren Wassergräben zum Schutz versehen.

Nach der Erfindung des Schießpulvers verloren die Burgen allerdings ihren militärischen Wert und wandelten sich allmählich zu reinen Wohnsitzen des Adels.

Von den bis heute erhaltenen Gebäuden ist die Hauptburg, das Herrenhaus, das älteste. Es stammt von 1545. Das Herrenhaus ist ein typisches Beispiel des münsterländischen Schloss- und Wohnbaus. Stilistisch bilden hier Spätgotik und Renaissance eine künstlerische Einheit.

(c) Harald Humberg
(c) Harald Humberg
(c) Harald Humberg
(c) Harald Humberg
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Jenseits des Wassers, auf der Insel, die dem Herrenhaus vorgelagert ist, erstreckt sich die Vorburg, rechteckig, von West nach Ost. Sie wurde, wie auch die Neue Ökonomie, als Stallung genutzt.

Der 30 Hektar große Park ist heute wieder der Landschaftsgarten, als den ihn Clemens August II. von Droste-Hülshoff, Vater Annettes, ihn seinerzeit plante. Die weiträumigen Anlagen laden zu Spaziergang, Erholung und Entspannung ein.

Hier finden sich das Winter- und Sommerboskett (kleines Lustwäldchen innerhalb eines geometrisch gestalteten barocken Schlossgartens), eine Art Freilichttheater aus Hecken und Bäumen und seinerzeit ein Muss der gepflegten Gartenkultur. Eine große Liegewiese mit Sitz- bzw. Liegemöbeln, das Wildgehege, eine reizende Garteninsel und ein kleines Teehaus im Wald, laden zum Spaziergang, zur Erholung und Entspannung ein.

Seit 2014 werden unter Leitung des Büros Mensen + Zora Architekten (Münster) dringend erforderliche Sanierungsarbeiten geleistet, die aus dem Denkmalschutzsonderprogramm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM) sowie von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefördert werden.

Derzeit

läuft ein Architektenwettbewerb, der zum Ziel hat, die Vorburg und weitere Gebäude mit Veranstaltungs-, Ausstellungs- und Tagungsräumen sowie Unterkünften und Büros auszustatten; letztere auch für eine perspektivisch geplante Ausweitung der derzeit noch beim LWL angesiedelten Droste-Forschungsstelle zu einem Droste-Institut. Gefördert wird dieser groß angelegte Umbau mit Mitteln aus dem Programm Nationale Projekte des Städtebaus des Bundes.

Ab dem Spätsommer 2018

wird außerdem ein temporäres Kastell die Burg ergänzen: Für die Studierenden des Zweigs Literarisches Schreiben der Kölner Kunsthochschule für Medien (KHM) entsteht hier aus Containern und einem Segeldach ein Wohn-, Arbeits- und Aufenthaltsraum. Der Entwurf hierzu stammt ebenfalls vom Architekturbüro Mensen + Zora.