Eine grafische Bestandsaufnahme

06.04.2019 ⋅ von Annika Reketat

2019-04-06-denkfabrik-sabrinarichmann-fotografie-10
Die Künstler. Copyright: Sabrina Richmann

"Gebt uns einfach eure Impressionen rein. Wörter, wir arbeiten mit Wörtern. Hashtags, O-Töne, Zitate. Gebt uns Schnipsel."

Das sind die Anweisungen, die wir von den Illustratoren und Bildenden Künstlern Christoph Koester und Stefan Mosebach bekommen. Abgeschieden von den Inputs und Diskussionen, die im Gartensaal unter ihnen stattfinden, haben sie sich während der Denkfabrik in ihr improvisiertes Atelier zurückgezogen. Und doch nicht zurückgezogen. Wir leiten ihnen aus der letzten Stuhlreihe das weiter, was wir mitnehmen. Und mit diesen Schnipseln unseres Verständnisses, unseres Gedächtnisses erschaffen sie eine grafische Bestandsaufnahme der Diskussionen. So wie sie sie verstehen. Dabei heraus gekommen sind etliche großformatige Poster. Mehr und mehr Poster erscheinen in den Räumen des Haus Rüschhaus und die Räume selbst erfahren eine Erweiterung. Neue Gedanken, Fragen, und Antworten nehmen Platz ein und wenn wir an ihnen vorbei gehen, nehmen sie auch Platz in uns ein. Wir erweitern uns gegenseitig.

Am letzten Tag der Denkfabrik wurde es Zeit, Christoph und Stefan nach ihren persönlichen Schnipseln zu fragen. Den Schnipseln unserer Schnipsel sozusagen. Und geantwortet haben sie uns, natürlich, in Poster-Format.


Annika Reketat
Annika Reketat (Bachelor in Kultur- und Sozialanthropologie & Anglistik/Amerikanistik; zurzeit Master-Studentin der National and Transnational Studies) hat sich während ihres Studiums kaum thematischen Grenzen gesetzt, bis die Grenze selbst zum Thema wurde in ihrer Abschlussarbeit über die Territorialisierung literarischer Landschaften. Inzwischen widmet sie sich Fachgebietsgrenzen überschreitend den Verbindungen zwischen (öffentlichem) Raum, politischem Protest, Gedächtnisforschung und künstlerischem/literarischem Aktivismus. Sie würde gerne Zeit- und Raumgrenzen sprengen können, um einmal mit ihren akademischen und literarischen Idolen Margaret Atwood, Gloria Anzaldúa, Doreen Massey und Octavia Butler zusammen an einem Tisch zu sitzen. *Auch berufsbezogen fährt sie keine durchgehende Linie: Als freiberufliche Autorin gibt sie online Nachhaltigkeits-Ratschläge und am Centrum für Hochschulentwicklung arbeitet sie für den Monitor Lehrerbildung.*