| Wer das
Gespenstische und Spukhafte, das in ihrem Werk immer wieder auftaucht,
am eigenen Leibe erleben möchte, dem sei ein Spaziergang im
Morgengrauen durch den Burgpark empfohlen - man fühlt sich
zurückversetzt in die Zeit der Dichterin; die Zeit des
Übergangs von der Romantik zum Realismus. Romantisch an Ihrem Werk
sind der Aberglaube und die Stimmungskunst, realistisch dagegen die
sachliche Art der Schilderung. In ihrer wohl bekanntesten Novelle, der
Judenbuche kommt beides sehr stark zum Ausdruck. Annette von
Droste-Hülshoff starb im Jahre 1848 auf Schloß Meersburg am
Bodensee. |

"Es verrieselt, es
verraucht,
mählich
aus der Wolke taucht
neu
hervor der Sonnenadel.
In
den feinen Dunst die Fichte
ihre
grünen Dornen steckt,
wie
ein schönes Weib die Nadel
in
den Spitzenschleier steckt."
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